Tesla Pleite? Diese beiden Worte schwingen seit Tagen durch die Medien

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Tesla wird in zehn Monaten pleite sein, wenn nicht etwas Dramatisches passiert. Diese Nachricht ging vor einigen Tagen durch die Medien. Besonders NTV und Focus haben sich hier, wie üblich, mit Meldungen Überschlagen. Aber stimmt das überhaupt? Was genau ist eigentlich passiert?

In einer internen Mail an seine Mitarbeiter hat Elon Musk harte Sparmaßnahmen angekündigt. Alle Ausgaben jeglicher Art auf der ganzen Welt, einschließlich Bauteilen, Gehältern, Reisekosten, Mieten, buchstäblich jede Zahlung, die das Bankkonto verlasse, steht auf dem Prüfstand. Der Grund ist der hohe Verlust im ersten Quartal 2019.

Nachdem man die beiden letzten Quartale 2018 in der Gewinnzone verbringen konnte, rutschte Tesla im ersten Quartal 2019 wieder in die roten Zahlen. Der Verlust beziffert sich auf 700 Millionen Dollar. Analysten rechnen den Verlust im zweiten Quartal 20910 mit rund 280 Millionen Dollar. Erst im dritten Quartal soll es wieder bergauf gehen, das Jahr 2019 aber insgesamt mit einem hohen Verlust enden.

Gerade die deutschen Medien scheinen sich massiv über die Schwierigkeiten von Tesla zu freuen. Das ist ja auch völlig logisch. Die einzige Möglichkeit mit der Medienhäuser, Zeitungen und Private Fernsehsender, heutzutage Geld verdienen können ist Werbung. Anzeigenwerbung in der Zeitung oder Werbespots im Fernsehen. Die größten Kunden dieser Unternehmen sind die Automobilhersteller. Keine Einzel-Sparte gibt in Deutschland mehr Geld für klassische Werbung aus als VW, Mercedes, BMW, und Audi. Tesla ist nicht nur deren größter Konkurrent im E-Mobil Bereich, Tesla ist derzeit, technologisch, Millionen Kilometer voraus. Nur Tesla schaltet sehr wenig Anzeigen. Der Werbeetat fällt, verglichen mit den Hunderten Millionen von Daimler Benz, eher gering aus. Deshalb wird die Causa Tesla auch so hochgespielt, wir müssen uns die Frage stellen. Was ist da wirklich dran.

Wird es Tesla in 10 Monate nicht mehr geben? Das ist völliger Quatsch. Denn Tesla ist immer noch eins der spannendsten Unternehmen der Welt. Selbst im Worst Case würde ein anderes Unternehmen Tesla übernehmen. Vor einigen Jahren ist ein verbrieftes Interesse von Apple an Tesla bekannt geworden. Apple war damals bereit, einen deutlich höheren Aktienkurs zu bezahlen als heute. Selbst wenn Tesla in 10 Monaten kein Geld mehr hat, wird er es genügend Investoren geben die Tesla mit frischem Geld versorgen.




Einige weitere, sehr wichtige Punkte, erläuterte vor einigen Tagen Ron Baron. Ron Baron, Investmentfonds-Manager und Investor ist Gründer von Baron Capital, die den von ihm gegründeten Baron Found verwaltet. Dieser Fond ist 26 Milliarden Dollar schwer. Das zweitgrößte Investment seiner Firma, 10,7 % des kompletten Fond- Kapital steckt in Tesla.

Bei solchen schwierigen Zahlen, die Tesla vorgelegt hat, müsste einer der größten Anteilseigner eigentlich durch die Decke gehen, tut er aber nicht. Er sieht die Lage von Tesla relativ entspannt. Und das hat zwei Gründe. In seinem Aktionärsbrief für das erste Quartal 2019 stellt der Baron fest, dass er Bedenken hinsichtlich der kurzfristigen nachfragen nach Elektroautos habe, die Fahrzeuge selbst, insbesondere das Modell 3, jedoch in Gebieten außerhalb der USA einer außerordentliche Nachfrage ausgesetzt sind. Ein weiteres großes Pfund ist die Gigafactory 3. Diese wird in China gebaut und wird Tesla, auf den asiatischen Märkten, unabhängiger von den USA machen. Dadurch können die Kosten des Unternehmens noch einmal massiv gesenkt werden. Die Fahrzeuge und Akkus müssen nicht mehr importiert werden. Sie können direkt vor Ort gebaut und ausgeliefert werden. Allerdings wir die Gigafactory 3 erst 2020 fertiggestellt sein.

Der schließlich wichtigste Punkt, ist das Leasing Programm. Etwa 60 % der verkauften Autos, weltweit, sind geleast. Bisher gab es kein Leasing Programm für das Modell 3. Dieses ist jetzt gerade angelaufen. Laut Baron wird sich dieses erst in einigen Quartalen auswirken. Danach wird man keinerlei finanzielle Probleme mehr bei Tesla haben.

Baron merkt an, dass er nicht auf die vierteljährlichen Ergebnisse angewiesen ist, um den langfristigen Erfolg von Tesla zu sehen. Baron hat die Tesla Aktie vor fünf Jahren gekauft. Damals machte Tesla einen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar pro Jahr. Dieser Umsatz ist im Jahr 2018 auf 21 Milliarden Dollar gestiegen. Im Jahr 2019 erwartet man 28 bis 30 Milliarden. Der Kurs der Tesla-Aktie ist im selben Zeitraum von 208 $ auf 280 $ gestiegen. Weit weniger als das Wachstum des Geschäftes. Er geht nicht davon aus, dass der Aktienkurs den tatsächlichen Wert des Unternehmens widerspiegelt. Baron geht ebenfalls nicht davon aus, dass der Aktienkurs weiterhin hinter der Geschäftsentwicklung zurückbleibt.

Also, wann immer wir Horror Nachrichten über Tesla in den deutschen Medien lesen sollten wir einfach einen Blick hinter die Nachricht werfen. Wer hat sie geschrieben und warum wurde sie geschrieben. Ich weiß, dass es in den USA ähnlich aussieht. Auch dort hat Tesla keinen leichten Stand. Denn die herkömmlichen Medien wie Zeitungen und Fernsehstationen haben, ähnlich wie in Deutschland, ein Finanzierungsproblem. Wenn die Finanzierung ausbleibt, weil die analogen Automobilhersteller kein Geld mehr haben um diese teure Werbung zu bezahlen, verdienen diese Medienhäuser kein Geld mehr. Tesla braucht diese Werbung nicht. Elon Musk hat Twitter.

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